Die Stadtmusik im Tele Ostschweiz

Am kommenden Sonntag startet die neue Staffel «Mensche i de Ostschwiz». Unter dem Motto «Musikmenschen» begleitete Tele Ostschweiz Benjamin Zwick und die Stadtmusik Altstätten auf ihrer Konzertreise nach Armenien. Vom 11. bis 16. Juni verreiste die Stadtmusik unter der Leitung von Benjamin Zwick nach Yerevan, der Hauptstadt Armeniens. Was die Stadtmusik alles erlebte ist ab dem 23. September in fünf Folgen ab jeweils 18.15 Uhr (stündlich wiederholt) zu sehen.


Konzertreise Armenien

Die Stadtmusik Altstätten (SMA) reiste vom 11. bis 16. Juli mit 2018 nach Yerevan, die Hauptstadt Armeniens. Mit der Unterstützung grosszügiger Sponsoren und Gönner (namentlich Raiffeisenbank, Brauerei Schützengarten AG, Reise-Treff Steiger AG, SCHULER St. Jakobskellerei und Zünd MobilCenter AG, s'egghuus sowie die Rheintaler Kulturstiftung und die Schweizer Botschaft in Yerevan), Einnahmen erfolgreicher Konzerte und Arbeitseinsätzen an einigen Festen konnte sich die Stadtmusik dieses Jahr eine so grosse Konzertreise leisten. Nebst Vorschlägen von Festivals und Tattoos in Spanien, Schottland und den USA brachte Dirigent Benjamin Zwick den Input, ins ferne Armenien zu reisen. Auf die Idee kam er bei einem Gespräch mit ehemaligen armenischen Mitstudenten. Durch das alljährlich stattfindende Alexander Arutiunian International Wind Festival wurde der SMA die ideale Möglichkeit geboten, diese Reise anzutreten. 

 

Bereits am frühen Nachmittag des 11. Juli ging es für die rund 65 Orchestermitglieder von Altstätten SG aus mit dem Car in Richtung Zürich Flughafen. Ein mehrstündiger Flug mit Zwischenhalt in Wien raubte den Musikern den Schlaf. Doch schliesslich hatten alle die Reise gut überstanden und auch die Instrumente blieben glücklicherweise heil. So fand an diesem ersten Tag in Yerevan auch schon die erste Probe statt, bei der alle Musikanten gleich mit dem subtropischen Sommerklima Armeniens konfrontiert wurden. 

 

Schon am Freitag erfolgte mit der ersten Probe in der Aram Khachaturian Concert Hall im Opernhaus Yerevans ein erstes Highlight der Reise. In einem Saal zu proben, der 1400 Besucher fasst, war für die meisten Mitglieder ein Novum. Die ersten 45 Minuten durfte das Orchester mit dem bekannten Dirigenten Karen Durgaryan proben. Dies war für beide Seiten eine spannende Erfahrung, da Durgaryan normalerweise in der Oper und Ballettmusik zu Hause ist. Gegen Ende der Probe kam auch Klarinettist Davit Gyulamiyran auf die Bühne, mit dem ein gemeinsames Stück für das Konzert am Ende der Reise eingeübt wurde. Davit Gyulamiyran hatte einige Jahre als Solo-Klarinettist in der Oper Yerevans gespielt und studiert zurzeit Klarinette bei Fabio di Càsola an der Zürcher Hochschule der Künste. 

 

Mit grosser Spannung wurde von den Musikanten auch die Probe am Samstag mit dem begnadeten Trompeter Rubén Siméo erwartet. Es war Narine Arutiunian, die Tochter des weltbekannten Komponisten höchstpersönlich, welche das Engagement des spanischen Spitzentrompeters ermöglichte. Das Trompetenkonzert von Alexander Arutiunian ist weltweit eines der bekanntesten Konzerte für Trompete und Orchester und gehört in das Standartrepertoire eines jeden Trompeters. Das Verständnis zwischen Solist, Dirigent und Orchester klappte auf Anhieb. „Das Trompetenkonzert hat Arutiunian auf der ganzen Welt berühmt gemacht. Es ist sehr abwechslungsreich und zeigt von der warmen russischen Tonsprache über die melancholisch anmutende armenische Volksmusik alles, was man sich für ein solches Konzert wünschen kann. Dieses Konzert hier, im Heimatland und der Geburtsstadt des Komponisten, aufzuführen ist eine grosse Ehre“, so Zwick.

 

Nach der Probe machte sich der Verein für die Parademusik vom Platz der Republik, der North Avenue entlang, bis zum Opernhaus bereit. Im Anschluss daran wurde das Internationale Filmfestival der goldenen Aprikose von der Stadtmusik Altstätten eröffnet. Beides diente dazu, Werbung für das Konzert am Tag darauf zu machen. 

 

Der Sonntag startete mit der letzten Probe vor dem grossen Auftritt. Der letzte Feinschliff wurde vorgenommen und auch die Stücke mit den Solisten nochmals geprobt.

 

Mit armenischer Pünktlichkeit begann das Konzert im Opernhaus Yerevans mit einer Rede des Schweizer Botschafter Lukas Gasser. Danach eröffnete die SMA mit dem Stück „Divertimento“ von Oliver Waespi das Konzert. Dieses zeitgenössische Werk eines Schweizer Komponisten zeigt, wo die Stadtmusik musikalisch zu Hause ist. Im Anschluss kam das Klarinettenkonzert von Artie Shaw, das von Davit Gyulamiryan gespielt wurde. Das bekannte Konzert des amerikanischen Jazz-Klarinettisten wurde in seiner ursprünglichen Fassung für Klarinette und Jazz Orchester (Big Band) geschrieben. Im Stück „Duduk of the North“ wagte sich Vereinsmitglied Rafael Frei an das Duduk, das Nationalinstrument Armeniens. Bekannt wurde das Stück durch den im Jahre 2000 erschienenen Blockbuster “The Gladiator”. Schliesslich folgte mit „Armenien Dances Part 2“ von Alfred Reed ein Stück in drei Sätzen. 1972 setzte sich Reed mit armenischer Volksmusik auseinander und komponierte eine Suite über verschiedene armenische Volksweisen, die Anfang des 20. Jahrhunderts vom Begründer der klassisch-armenischen Musik, Gomidas Vartabed, gesammelt wurden. Part II dieser Komposition beinhaltet die Sätze: Hov Arek, Khoomar und Lorva Horovel. Das „Alexander Arutiunian Trompetenkonzert“ mit Rubén Siméo bildete schliesslich den Höhepunkt und Abschluss des Konzertes. Die intensive Auseinandersetzung mit der armenischen Kultur und Musik wurde vom Publikum sehr geschätzt. Mit tosendem Applaus und einer Standing-Ovation wurde die Stadtmusik Altstätten verdankt. „Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an das Konzert denke“, so Dirigent Zwick Tage danach.

 

Nebst den Proben blieb natürlich auch Zeit, das Land und die Kultur Armeniens zu erkunden. Sei es bei traditionellem Essen oder beim Besuch des Tempel Garni oder des Klosters Geghard oder einfach beim Eintauchen in das Nachtleben Yerevans. 

 

Für alle Beteiligten war es wohl eine Reise, die ein jeder sein Leben lang nicht vergessen wird. „Wir haben in Armenien viele Menschen mit unserer Musik sehr berührt und das ist für mich das Höchste, was man als Musiker erreichen kann“, resümiert Zwick.

 

Fotos der Reise sind hier zu finden.